Blockexposition - Was ist das?

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Blockexposition - Was ist das?

Beitrag von admin »

Blockexposition - Was ist das?

AI Zusammenfassung:

Häufig im Kontext von Zwangsstörungen als hochfrequente Exposition mit Reaktionsmanagement bezeichnet) ist eine intensive Form der kognitiven Verhaltenstherapie. Sie umfasst mehrere lange Expositionseinheiten, die an unmittelbar aufeinanderfolgenden Tagen oder zumindest mehrmals pro Woche durchgeführt werden.

Hier sind die Kernaspekte basierend auf aktuellen Leitlinien und therapeutischen Ansätzen:
  • Intensität und Frequenz: Im Gegensatz zu wöchentlichen Einzelsitzungen wird bei der Blockexposition über mehrere Tage intensiv therapiert, oft 2–3 Stunden oder länger pro Tag.
  • Wirkmechanismus: Die Exposition mit Reaktionsverhinderung (ERP) führt dazu, dass sich Patienten ihren Ängsten stellen, ohne die üblichen Zwangshandlungen auszuführen.
  • Einsatzgebiete: Sie ist besonders effektiv bei schweren Zwangsstörungen.
  • Vorteile: Studien und Expertenmeinungen deuten darauf hin, dass Blocktherapien nicht nur aus therapeutischer Sicht effektiver sein können, sondern auch wirtschaftlich.
  • Umsetzung: Die Expositionen sollten idealerweise im häuslichen Umfeld des Patienten oder in anderen zwangsauslösenden Situationen außerhalb der Klinik stattfinden.
Die Methode wird von der S3-Leitlinie Zwangsstörungen unterstützt, um Behandlungszeiten zu verkürzen und die Wirksamkeit zu erhöhen.

Link S3-Leitlinien: viewtopic.php?t=69


Instruktionen vom Sanatorium Kilchberg:

In der psychotherapeutischen Behandlung der Zwangsstörung kommt der Expositionstherapie ein zentraler Stellenwert zu. Bei dieser Behandlung stellen Sie sich in systematischer Weise den Situationen, die bei Ihnen den Impuls zum Ausführen einer Zwangshandlung auslösen, unterlassen den Zwang dann aber. Auf diese Weise wird eine Lernerfahrung ermöglicht, die bislang durch den Zwang verhindert wurde. Ein wesentlicher Aspekt dieser Lernerfahrung ist die Erkenntnis, dass Sie den in der Situation aufkommenden Ängsten oder anderen unangenehmen Gefühlen standhalten können. Das durch diese Erfahrung gestärkte Selbstvertrauen macht es Ihnen mit der Zeit leichter, sich diesen und ähnlichen Situationen zu stellen. Der Erfolg dieser Übung ist umso grösser, je mehr Sie bereit sind, sich voll und ganz in die Angst, die in der Situation aufkommt, hineinzugeben.

Die Expositionstherapie ist besonders wirksam, wenn sie in intensiver Form durchgeführt wird. Im Rahmen unseres stationären Therapieprogrammes für Zwangsstörungen bieten wir deshalb sogenannte Blockexpositionen an. In zwei aufeinanderfolgenden Wochen – in der Regel den Wochen 3 und 4 Ihres stationären Aufenthaltes – findet die Blockexposition jeweils am Montag und am Dienstag nachmittags statt. An diesen Nachmittagen üben Sie ausgewählte Situationen, wobei Sie jeweils von einer Mitarbeiterin des Behandlungsteams begleitet werden. Die Übungen sollten die für Sie schwierigsten Situationen beinhalten, beschränken sich aber nicht auf diese; an einem Nachmittag wechseln Übungen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad einander ab. Die Übungen werden durch eine kurze Gruppensitzung aller Teilnehmenden vorbereitet und in einer weiteren Gruppensitzung nachbesprochen. Für den Abend erhalten Sie Aufgaben, die Sie in Ihrem häuslichen Umfeld durchführen. Darüber hinaus setzen Sie die Expositionsübungen nach diesen therapeutisch begleiteten Blockexpositionen selbständig fort.

Was es von Ihrer Seite braucht:
  • Stellen Sie sich den schwierigsten Situationen – Vermeidung hält den Zwang am Leben.
  • Lassen Sie die aufkommende Angst oder andere Gefühle zu, sie sind der Nährboden für den Erfolg!
  • Unterlassen Sie in einer Übungssituation alle Zwangsrituale, und verzichten Sie danach in ähnlichen Situationen im Alltag auch weiterhin konsequent auf Zwänge.
  • Wiederholen Sie die Übungen selbständig unter möglichst vielen verschiedenen Bedingungen: an unterschiedlichen Orten, zu unterschiedlichen Tageszeiten, allein oder in Begleitung, in unterschiedlichen Stimmungen… Dadurch festigt sich das Gelernte im Gehirn besonders gut.
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